Kategorie: Männerarbeit

WIE UNSERE KINDHEIT UNSERE LIEBESFÄHIGKEIT FORMT

WIE UNSERE KINDHEIT UNSERE LIEBESFÄHIGKEIT FORMT – UND WIE WIR ALS ERWACHSENE HEILEN KÖNNEN

Viele Menschen spüren in ihren Beziehungen Muster, die sie sich nicht erklären können: Rückzug, Klammern, Unsicherheit oder die Schwierigkeit, sich mitzuteilen. Die Entwicklungspsychologie zeigt, wie stark frühe Kindheitserfahrungen unser heutiges Bindungsverhalten prägen – und gleichzeitig, dass Heilung im Erwachsenenalter jederzeit möglich ist. Tantra schafft dafür einen geschützten, tiefgehenden Raum.

Die großen Entwicklungstheorien von Erikson, Piaget und Rotter beleuchten aus drei Blickwinkeln, wie Kinder Beziehung lernen – und warum diese frühen inneren Landkarten später unser Liebesleben beeinflussen. Erikson beschreibt, wie in den ersten Lebensmonaten das Fundament von Urvertrauen entsteht und wie feinfühlige oder unsichere Zuwendung darüber entscheidet, ob wir die Welt als sicher oder bedrohlich erleben. Piaget zeigt, wie Kinder aus ihren frühen Beziehungserfahrungen mentale Strukturen entwickeln, aus denen später Überzeugungen werden: etwa „Ich muss leisten, um geliebt zu werden“ oder „Nähe ist gefährlich“. Rotter ergänzt diese Modelle, indem er erklärt, wie wir bereits in der Kindheit lernen, ob wir Einfluss auf unser Leben haben oder ob wir uns ausgeliefert fühlen. Zusammen ergeben diese Perspektiven ein klares Bild: Unsere späteren Bindungsmuster sind kein fester Charakterzug, sondern das Ergebnis der frühen Erfahrungen, die wir im Kontakt mit unseren Bezugspersonen gemacht haben. Und doch sind sie veränderbar. Die Forschung zeigt heute deutlich, dass Erwachsene ihre Bindungsfähigkeit erweitern können, wenn sie neue, sichere Beziehungserfahrungen machen.

WARUM UNSERE KINDHEIT UNSER BINDUNGSVERHALTEN FORMT

WIE WIR UNSERE BINDUNGSMUSTER IM ERWACHSENENALTER HEILEN KÖNNEN

Wenn wir als Erwachsene erleben, dass Nähe nicht bedrohlich ist, dass Grenzen respektiert werden und dass wir etwas gestalten dürfen, dann beginnt sich unser inneres System neu zu organisieren. Genau hier setzt tantrische und körperorientierte Arbeit an. In Tantra-Seminaren, Paar Seminaren, Männer Seminaren und Frauenräumen wird Beziehung nicht theoretisch verstanden, sondern unmittelbar erlebt: im Spüren, im Atem, im Blickkontakt, im Zulassen, im Gehaltensein und in der achtsamen Kommunikation. Diese Räume schaffen etwas, das in der Psychologie „korrigierende emotionale Erfahrung“ genannt wird – ein Zustand, in dem unser Nervensystem zum ersten Mal erfährt, wie es sich anfühlen kann, sicher zu sein, ohne sich verstecken oder anpassen zu müssen. Unser innerer Kontrollort verschiebt sich, Selbstwirksamkeit entsteht, und das einstige Muster „Ich bin ausgeliefert“ beginnt sich zu lösen. So wird Tantra zu einem Erfahrungsfeld, in dem frühkindliche Muster nicht bekämpft, sondern behutsam überschrieben werden – durch Präsenz, Körperarbeit, Verbindung und das sanfte Erweitern der eigenen inneren Grenzen. Wer tiefer eintauchen möchte, findet weitere Inspiration im Attachment Project oder im Bereich Coaching & Körperarbeit.

MEINE AUFGABE ALS SEMINARLEITUNG: EIN SICHERER, ACHTSAMER RAUM FÜR HEILUNG

Als Seminarleiter sehen ich es als meinen Auftrag, Räume zu gestalten, in denen solche korrigierenden Erfahrungen überhaupt möglich werden. Ein wesentlicher Bestandteil meines Ansatzes ist die Schaffung eines sicheren, vertrauten Rahmens, in dem allen bewusst wird, dass wir für die Dauer eines Seminars im selben Boot sitzen – jede und jeder mit eigener Geschichte, eigenen Wunden, eigenen Ressourcen. Wir kommen zusammen, um neue Erfahrungen zu machen, um uns auszudehnen, um uns selbst und anderen auf aufrichtige Weise zu begegnen. Damit echte Entwicklung entstehen kann, achte ich mit großer Sorgfalt darauf, dass in diesen Räumen keine Form von Beschämung Platz hat. Stattdessen kultiviere ich Achtsamkeit, Wertschätzung und eine Haltung, die es jedem Menschen erlaubt, sich in seinem eigenen Tempo zu öffnen. So entsteht ein Erfahrungsraum, in dem Wachstum sanft und gleichzeitig tiefgreifend geschehen darf. Weitere Impulse findest du in unseren Tantra Seminaren, in unseren Paar Seminaren und in der körperorientierten Trauma- und Beziehungsarbeit unter Coaching.

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ZWISCHEN FIGHTCLUB UND RÄUCHERSTÄBCHEN

ZWISCHEN FIGHTCLUB UND RÄUCHERSTÄBCHEN - WAS MANNSEIN BEDEUTEN KANN

Viele Männer spüren, dass alte Rollenbilder nicht mehr tragen und neue Wege gefragt sind. Dieser Beitrag zeigt, warum Kraft, Präsenz und Klarheit wichtig bleiben – warum eine Überbetonung jedoch in patriarchale Muster zurückführt und wie Männer in Männerseminaren, Tantra Seminaren und systemischem Coaching heute ihre ganze Bandbreite erforschen können.

Was Mannsein heute bedeutet – Zwischen Fightclub & Räucherstäbchen

Es gibt Männerangebote, die das archaische Männerbild stärken – den klaren Stand, körperliche Präsenz, Durchsetzungskraft, Fokus und Vision. Diese Qualitäten haben vielen Männern geholfen, ihren Platz in der Welt zu finden. Sie bilden eine wertvolle Basis für Zielorientierung, Ausrichtung und Entschlossenheit – Elemente, die in der Männerarbeit weiterhin von Bedeutung sind. Doch: Eine Überbetonung dieser Seite reproduziert jene patriarchalen Strukturen, die Männer über Jahrhunderte zu Einseitigkeit geführt haben. Diese alten Muster haben Stärke verherrlicht und Verletzlichkeit abgewertet – und genau dort dürfen wir heute weitergehen. Der Weg führt nicht zurück in alte Härte, sondern nach vorne in eine neue Form von Bewusstsein.

DIE EINE SEITE: KRAFT, PRÄSENZ UND KLARHEIT – WARUM STÄRKE WICHTIG BLEIBT

DIE ANDERE SEITE: GEFÜHLE, VERBINDUNG UND AUSDRUCK – UNSER UNGELEBTES WACHSTUMSPOTENZIAL

Viele Männer tragen ein enormes Potenzial in sich: die Fähigkeit, Gefühle wahrzunehmen, Verbindung zuzulassen, Grenzen zu spüren und Bedürfnisse klar auszudrücken. Doch auch hier gilt: Es geht nicht darum, die emotionale Seite zu überhöhen oder sie zum einzigen Maßstab zu machen. Das würde lediglich ein neues Ungleichgewicht schaffen. Wachstum entsteht dort, wo Kraft und Gefühl sich gegenseitig ergänzen, wo Präsenz und Verbindung nebeneinander bestehen dürfen, wo Klarheit und Sensibilität sich nicht ausschließen. „Unser größtes Wachstum liegt nicht im Extrem, sondern in der Fähigkeit, beides in Balance zu leben.“  Diese innere Vielfalt erleben Männer in:

👉 Männer Retreats 👉 1:1 Männer Coachings 👉 Tantra Seminaren

DER INTEGRATIVE WEG – EIN SICHERER RAUM FÜR ECHTES MANNSSEIN

In meinen Retreats und Coachings geht es nicht darum, Männern vorzuschreiben, wie sie „sein sollen“. Es geht darum, einen Raum zu öffnen, in dem sie selbst entdecken, was für sie wahr ist. Mannsein bedeutet heute: wieder mit sich selbst in Verbindung zu kommen –  Bedürfnisse und Grenzen zu spüren – achtsam und authentisch zu kommunizierensowohl Kraft als auch Gefühl zuzulassen – Klarheit und Verbundenheit leben zu können. Weitere Inspiration findest du z.B. auch hier:

👉 David Deida – Männerarbeit (extern)

ABSCHLIESSENDER GEDANKE

„Wenn wir unsere Kraft überbetonen, wiederholen wir die Vergangenheit. Wenn wir unsere Gefühle überhöhen, verlieren wir die Erdung. Doch wenn beides zusammenfließt, beginnt echte Männlichkeit.“ Wenn du herausfinden möchtest, was Mannsein für dich bedeutet, bist du eingeladen, diesen Weg nicht alleine zu gehen:

👉 Aktuelle Männerseminare 👉 1:1 Männercoaching

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MÄNNER SEMINAR „KREIS DER GANZHEIT“

MÄNNER-SEMINAR

Das Männerjahrestraining ‚Kreis der Ganzheit‘ ist eine tiefgehende Reise zu dir selbst – für Männer, die sich nach echter Verbindung zu sich und anderen Männern, emotionaler Reife und innerer Klarheit sehnen.

Kreis

DER KREIS DER GANZHEIT

Das Männer-Jahrestraining „Kreis der Ganzheit“ richtet sich an Männer, die sich intensiver mit sich selbst, ihren Themen und ihrer Beziehung zur Welt auseinandersetzen möchten. Über das Jahr verteilt finden mehrere Termine statt, die dir Raum geben, dich tiefgehend mit deinen Herausforderungen und Potenzialen zu beschäftigen.

KERNTHEMEN DES JAHRESTRAININGS

Im Mittelpunkt stehen die Verbindung zu dir selbst, der Austausch in einer vertrauensvollen Gruppe und die Möglichkeit, persönliche Veränderungen nachhaltig zu gestalten. Durch systemisches Arbeiten, körperorientierte Methoden und Gruppenprozesse entsteht ein Erfahrungsraum, der tiefgreifende Transformationen ermöglicht. Die konstante Gruppe schafft dabei eine stabile Basis, um Vertrauen und Offenheit zu fördern, während verschiedene Übungen und Gespräche dich auf deinem Weg begleiten.

UNTERSTÜTZENDE GEMEINSCHAFT

Das Training umfasst neben den gemeinsamen Treffen auch eine kontinuierliche Begleitung, etwa durch eine Telegram-Gruppe, die den Austausch zwischen den Terminen erleichtert. Optional kannst du das Programm durch zusätzliche Coaching-Sitzungen ergänzen, um individuelle Themen noch intensiver zu beleuchten.

Dieses Training bietet dir die Möglichkeit, in einer einzigartigen Gemeinschaft zu wachsen, dich von alten Mustern zu lösen und neue Perspektiven für dein Leben zu entwickeln. Es eignet sich für Männer in verschiedenen Lebenssituationen, unabhängig davon, ob du Single bist oder in einer Partnerschaft lebst.

Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung findest du auf christianschirner.de

HEILUNG DURCH MÄNNERARBEIT

Heilung durch männerarbeit

Männer unter Männern

MÄNNLICH-/WEIBLICHES-PRINZIP

Als Seminarleiter unserer mehrtägigen Männer-Retreats fällt es uns oft schwer, in Worte zu fassen, was wir mit den Männern, die uns ihr Vertrauen schenken, erleben. Diese Tage des Zusammenseins sind besonders, und oft gibt es Missverständnisse darüber, was passiert, wenn Männer Zeit miteinander verbringen. Viele denken, es gehe vor allem darum, das „männliche Prinzip“ zu stärken, oder im Gegensatz dazu, sich intensiv mit den „weiblichen Anteilen“ zu beschäftigen.

Natürlich geht es auch darum, sich beider Aspekte bewusst zu werden und sie in unser Leben zu integrieren – schließlich tragen wir beide Anteile in uns. Doch es geht nicht darum, den einen oder anderen Anteil zu überbewerten. Jeder Mann darf selbst herausfinden, welche Anteile er wann und wie leben möchte.

Männer treten aus dem Schatten des Wettbewerbs

Besonders für Männer ist es entscheidend, aus dem ständigen Wettbewerb mit anderen Männern auszusteigen. Es geht darum, sichtbar zu werden – mit der eigenen Geschichte, den persönlichen Herausforderungen, Gefühlen, Bedürfnissen und Grenzen. Und es ist erstaunlich, wie viel Unterstützung und Zuspruch man erhält, wenn man sich authentisch zeigt. Dadurch kommen wir Schritt für Schritt in unsere Lebendigkeit zurück.

Was dann passiert, gleicht manchmal kleinen Wundern. So hatte ein Teilnehmer unseres letzten Retreats seit Monaten mit Sodbrennen zu kämpfen. Alles, was er versucht hatte, brachte keine Linderung. Am Ende unseres Retreats teilte er mit uns, dass er seit zwei Tagen beschwerdefrei war. Natürlich sind wir als Seminarleiter keine Heiler – wenn überhaupt, hat er die Heilung in sich selbst bewirkt. Doch wir erleben immer wieder, dass das Teilen unserer Geschichten, das Zeigen unserer Verletzlichkeit, und das Sprechen über Gefühle und Bedürfnisse innere Blockaden lösen kann. So kommt wieder etwas in Fluss, was oft zu einem ganz natürlichen Heilungsprozess führt.

Gemeinschaft als Schlüssel: Wie Männer in einem achtsamen Raum aufblühen

Ich könnte viele solcher Geschichten erzählen, möchte aber speziell diese teilen, um ein Gefühl dafür zu vermitteln, was in einer tragenden Männergemeinschaft möglich ist. Zeit in einem sicheren und vertrauensvolen Raum, Zeit für sich selbst in Ruhe und Achtsamkeit, erinnert uns oft daran, dass wir mit unseren Themen nicht alleine sind. Manchmal braucht es gar nicht viel, um Mut und Zuversicht zu finden und neue Handlungsspielräume zu entdecken.

Deshalb ermutige ich jeden Mann, sich solche Auszeiten zu gönnen. Denn nur, wenn wir Männer beginnen, auf uns selbst zu achten, uns wertzuschätzen und uns in unserer Haut wohlzufühlen, können wir nährende Begegnungen mit anderen eingehen. Und nur dann können wir darauf vertrauen, dass Erfolg und Erfüllung auf leichte Art und Weise zu uns kommen.

 

FAQs - Im Jetzt Leben

PSYCHISCHE MÄNNERGESUNDHEIT

PSYCHISCHE MÄNNERGESUNDHEIT

Im Männer Coaching unterstütze ich dich dabei, deine Männlichkeit zu stärken, Selbstzweifel zu überwinden und authentisch deinen eigenen Weg zu gehen.

Männer und Gefühle

Warum ist es für uns Männer (und zunehmend auch für einige Frauen) so wichtig, unsere Gefühle wahrzunehmen? Weil ein guter Kontakt zu unseren Gefühlen unsere psychische Gesundheit verbessert. So kann es für unser psychisches Wohlergehen positiv sein, z. B. eine verborgene Sehnsucht zu entdecken. Selbst wenn die unmittelbare Befriedigung des Bedürfnisses unmittelbar gar nicht möglich ist.

Die Bedeutung unserer Bedürfnisse

Die meisten Männer begegnen mir bei dieser Aussage mit der Frage: “Wozu bitte soll ich ein Bedürfnis spüren, dass nicht befriedigt werden kann, oder eine tiefe Traue gefühlt werden, die mir nur Schmerz verursacht?“ Das tut nur weh, da wäre es doch besser gewesen es gar nicht zu spüren!

Bewusstsein und Gefühle in Übereinstimmung

Die Antwort auf diese Frage liefert Carl Rogers, der Begründer der Gesprächspsychotherapie. Rogers hat herausgefunden, dass es gut für unsere psychische Gesundheit ist, wenn unser Bewusstsein in Übereinstimmung mit unseren Gefühlen ist. Rogers nennt das Kongruenz. Umgekehrt bedeutet der Begriff Inkongruenz, dass die tatsächlichen Gefühle und Bedürfnisse des Menschen dem Bewusstsein nicht zugänglich sind, also verdrängt, vermieden oder abgewehrt werden. Wir Männer kommen dann oft ins „Funktionieren“ und erleben eine innere Leere.

Alte Männerrollen ablegen

In meinen 1:1 systemischen Coachings, meinen Online-Männerkreisen, den Vor-Ort-Männerabenden in München und den Tantra-Retreats, schaffe ich immer wieder sichere Räume, in denen Männer die „Erlaubnis“ haben, sich und ihre Bedürfnisse zu spüren und damit in Kontakt mit sich zu kommen. Ich erlebe dann oft eine große Erleichterung und Befreiung, alte Männerrollen ablegen zu dürfen.

FAQs - Im Jetzt Leben

DIE UNERLEDIGTE GESCHICHTE MIT UNSEREN VÄTERN

DIE UNERLEDIGTE GESCHICHTE MIT UNSEREN VÄTERN

Die Vaterwunde

In der Reise der Selbstentdeckung und persönlichen Entwicklung stoßen Männer oft auf eine zentrale Thematik – die Vaterwunde. Ein Beispiel aus dem Leben: “Gestern hat mein Vater mich zum Flughafen gefahren; wir waren allein. Während der gesamten Fahrt wollte ich mit ihm sprechen, eine Verbindung herstellen, verstehen, was er mir gegenüber empfindet, über all das sprechen, was zwischen uns geschehen ist. Aber er sagte kaum etwas zu mir. Wir fuhren schweigend dorthin.”

Einblick in die Gefühlswelt von Männern

Die Vaterwunde ist mehr als eine persönliche Geschichte; sie ist ein Fenster in die Gefühlswelt von Männern, insbesondere in Bezug auf Liebe und Arbeit. Doch bevor wir tiefer eintauchen, müssen wir uns der Herausforderung stellen, das Schweigen und die Scham zu durchbrechen. Viele Männer sind von Fragen nach Intimität, ihren Beziehungen zu Frauen, ihren Kindern und ihren eigenen Eltern verwirrt. Oft sind sie gut gerüstet für berufliche Aufgaben, während sie im Bereich der Liebe sprachlos bleiben.

Die Wurzeln des Dilemmas

Um die Wurzeln dieses Dilemmas zu verstehen, werfen wir einen Blick auf die entscheidende Bedeutung der Väter für Männer – sowohl in der Kindheit als auch im Erwachsenenalter. Im Alter von etwa drei Jahren suchen kleine Jungen intensiv nach einem männlichen Vorbild. Sie beginnen, Geschlechter zu unterscheiden, konzentrieren sich auf Regeln statt auf Beziehungen und betonen Spiele der Stärke, Macht und Leistung. Allmählich unterdrücken sie ihre Bedürfnisse nach Zuneigung und beginnen, sich von den Frauen zu distanzieren.

Doch wer ist dieser Vater?

Die Identifikation mit dem Vater bringt das Dilemma deutlich zum Ausdruck. Die Jungen verlassen die Mutter, um sich dem Vater zuzuwenden – doch wer ist dieser Vater? Im besten Fall eine schwer fassbare Gestalt, die schwer zu verstehen ist. Jungen erleben ihre Väter selten als Quelle warmer Fürsorge. Fehlt der Vater, bleibt der Junge in einer verletzlichen Position zurück. Das Gefühl des Verlustes reicht oft bis ins Erwachsenenalter, wenn Söhne versuchen, ihre Schuld, Scham und Wut gegenüber ihren Vätern auf stille, verborgene Weise zu bewältigen. Einige Männer suchen unbewusst nach besseren männlichen Vorbildern im beruflichen Umfeld, um sich “wie gute Söhne” zu fühlen. Andere fühlen sich als Ehemänner oder sogar als Väter unfähig, den heroischen Ansprüchen ihrer Väter gerecht zu werden.

Möglichkeiten die Vaterwunde zu bearbeiten

In unseren mehrtägigen Männer-Retreats nehmen wir uns mit einfühlsamer Achtsamkeit dieser Vaterwunde an. Wir klagen nicht nur an, sondern erkennen auch die Vorgeschichte unserer Väter an, ohne ihre Unfähigkeit, gute Väter zu sein, zu beschönigen. Auf diese Weise lernen wir, die Beziehung zu unseren Vätern innerlich zu befrieden, die in uns schlummernde Kraft zu erkennen, Selbstzweifel loszulassen und selbstbestimmt im Leben voranzuschreiten. Die Reise mag anspruchsvoll sein, doch sie verspricht eine tiefgreifende Transformation und eine Rückkehr zu innerer Stärke und Selbstvertrauen. Möge diese Auseinandersetzung mit der Vaterwunde ein Schritt in Richtung eines erfüllten und authentischen Lebens sein.

MÄNNERSEELEN

MÄNNERSEELEN

Die Überforderung des Mannes

Oft erlebe ich in unseren Tantra Retreats eine gewisse Überforderung bei Männern, wenn es darum geht zu „erspüren“, was die eigenen Gefühle und Bedürfnisse sind und diese der Partnerin mitzuteilen. Denn jetzt ist nicht mehr Funktionieren, sondern Emotionalität, nicht mehr Lösungen, sondern Verständnis, nicht mehr Expertentum, sondern partnerschaftliche Auseinandersetzung gefragt – die Liste ließe sich fortführen. Das schwierige dieser modernen Leistungsanforderungen an Männer ist die Tatsache, dass sie meist nicht explizit formuliert und vorgegeben sind. Größtenteils interessiert die Frau auch nicht so sehr, was beruflich geleistet, oder erreicht wird, sondern sie möchte ihren Partner fühlen.

Wenn der Mann unter Stress gerät

Jetzt gerät der Mann unter Stress, weil er nicht spüren kann, was in ihm vorgeht und was von ihm erwartet wird. Mancher Mann verliert schließlich in diesem Dschungel der zwischenmenschlichen Leistungsanforderungen nicht nur die Linie, sondern auch seine psychische Gesundheit, manchmal sich selbst. In meinen Online-Männerkreisen, den Männerabenden in München und vermutlich bald in einem mehrtägigem Männer-Retreat möchte ich Männer ermutigen, sich dieser Herausforderung zu stellen. Nicht um die Erwartungen der Partnerin zu erfüllen, sondern um sich der eigenen Essenz, dem eigenen Sein zu nähern und dann nicht mehr fremdbestimmt durch die Welt zu laufen.

Der weg geht über die eigenen Gefühle

Der Weg dorthin geht über die Gefühle und das Erkennen der eigenen Bedürfnisse. Männer! Begebt Euch auf dieses, vielleicht letztes großes Abenteuer. Es lohnt sich!