PRÄSENZ-FLOW: DER SCHLÜSSEL ZU EMOTIONALER HEILUNG

Es kommt nicht selten vor, dass wir an unseren Mustern arbeiten wollen, aber keinen Zugang zu den dahinterliegenden Erinnerungen und Emotionen finden. Unser Verstand versucht oft, Antworten zu liefern, doch wahre Veränderung beginnt erst, wenn wir lernen, unsere Emotionen bewusst wahrzunehmen und zu integrieren. Genau hier setzt der Präsenz Flow an.

 
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WAS IST DER PRÄSENZ-FLOW?

Oft können wir uns nicht einmal daran erinnern, was genau unsere Muster ausgelöst hat. Doch womit wir alle arbeiten können, ist das, was unser Nervensystem aktiviert – also das, was uns triggert.

Hier setzt eine Methode an, die sich Präsenz Flow nennt. Sie ermöglicht es uns, das momentane innere Erleben bewusst wahrzunehmen, ohne uns vollständig damit zu identifizieren. Statt zu sagen: „Ich bin wütend“ oder „Ich bin traurig“, sagen wir stattdessen: „Ein Teil von mir ist wütend.“ oder „Ein Teil von mir ist traurig.“

Der Begriff Präsenz Flow beschreibt genau diesen Prozess: • Präsenz, weil wir uns bewusst im Hier und Jetzt mit unseren Gefühlen und Emotionen auseinandersetzen. • Flow, weil sich diese inneren Zustände in Bewegung befinden und sich durch den Prozess ständig wandeln können.

Allein das bewusste Ausdrücken eines Gefühls stimuliert unsere neuronalen Netzwerke und kann uns in einen anderen Zustand führen. Unser inneres System ist also nie statisch – es ist in Bewegung, im Flow.

Gerade für uns Männer ist es oft nicht leicht, in unsere Gefühle zu gehen, uns sichtbar zu machen und Verletzlichkeit zu zeigen. Das führt in Beziehungen oft zu Konflikten, weil unsere Partnerinnen spüren, dass uns innerlich etwas beschäftigt und uns ermutigen, darüber zu sprechen. Doch viele von uns haben es verlernt, diesen Zugang zu finden. Eine typische männliche Reaktion ist dann: „Nein, da ist nichts. Alles in Ordnung.“

Eine Frau könnte in diesem Moment in der Sprache des Präsenz Flow sagen: „Ein Teil von mir möchte mit Dir in Verbindung kommen.“

Oft ist es hilfreicher, wenn sie den Mann einfach so sein lässt, wie er gerade ist, anstatt ihn unter Druck zu setzen. Indem sie selbst diesen Prozess vorlebt, kann sie ihn entspannen und Raum für eine natürliche Öffnung schaffen.

DIE HERAUSFODERUNG FÜR MÄNNER

Diese Methode hilft uns, wieder in Kontakt mit uns selbst zu kommen. Dabei sollte es nicht bei einer punktuellen Übung bleiben, sondern ein kontinuierlicher Prozess entstehen. So vermeiden wir es, Energie darauf zu verwenden, Emotionen zu unterdrücken, und können stattdessen alle Anteile in uns – auch die unangenehmen – willkommen heißen.

Was zunächst ungewohnt oder sogar absurd erscheinen mag, ist ein zentraler Bestandteil des Heilungsprozesses: Wirkliche Veränderung geschieht nicht durch einmaliges Üben, sondern durch eine bewusste Beziehung zu unserem Schmerz. Je mehr Vertrauen wir zu unseren inneren Anteilen aufbauen, desto weniger Kraft haben emotionale Trigger über uns. Mit der Zeit wird die emotionale Reaktion auf alte Wunden schwächer und verliert an Einfluss auf unser Leben.

EIN KONTINUIERLICHER PROZESS

Die Übung ist auf den ersten Blick simpel, aber tiefgehend. Zwei Personen kommen zusammen und einigen sich, wer beginnt. Die Person, die sich mitteilt, schließt die Augen und geht nach innen. Dabei geht es nicht darum, eine Geschichte zu erzählen, sondern bewusst wahrzunehmen, was jetzt gerade im Inneren passiert.

Es gibt vier zentrale Ebenen der Wahrnehmung:

  1. Emotionale Ebene: z. B. „Ein Teil von mir ist aufgeregt.“ / „Ein Teil von mir ist traurig.“

  2. Körperliche Ebene: z. B. „Ich spüre eine Anspannung im Nacken.“ / „Mein Brustraum fühlt sich weit an.“

  3. Gedankenebene: z. B. „Ein Teil von mir denkt, dass er nicht weiß, wie es weitergeht.“

  4. Bilder & innere Visionen: z. B. „Ich sehe mich auf einer Blumenwiese liegen.“

Es kann passieren, dass wir versuchen, „tiefer zu gehen“, um schneller eine Heilung zu erreichen. Doch das ist nicht das Ziel des Präsenz Flow. Stattdessen geht es darum, spielerisch zu beobachten, was in uns geschieht – ohne etwas erzwingen zu wollen.

Ein wichtiger Aspekt ist, dass die zuhörende Person das Gehörte noch einmal zusammenfasst. Das hat zwei Effekte:

  1. Der Mitteilende fühlt sich wirklich gehört und gesehen.

  2. Die Worte bleiben länger im Raum und können nachwirken, bevor direkt weitergesprochen wird.

Dadurch entsteht Raum für eine tiefere Verbindung zu sich selbst – und zu anderen.

 

DIE ÜBUNG DES PRÄSENZ-FLOW-HEILUNGSPROZESSES

Vom kopf ins fühlen

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